Kommt das Rauchverbot im Auto?

Kommt-das-Rauchverbot-im-Auto Bernd Friedel

Raucher haben es schwer. Rauchverbote in öffentlichen Räumen und in Restaurants sind längst durchgesetzt. Nun will die EU-Gesundheitsexpertin Nessa Childers auch ein Rauchverbot in Autos einführen, in denen Kinder mitfahren. Geht das zu weit? Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Erwachsene in Gegenwart von Kindern nicht rauchen. Passivrauchen schädigt besonders Kinder und gerade in den engen Fahrgasträumen verbreitet sich der Qualm in alle Ecken. Insofern ist der Vorstoß der EU-Parlamentarierin Nessa Childers nachvollziehbar und vernünftig. Taxifahrer dürfen längst nicht mehr rauchen und müssen ihre Fahrgäste schonen. Das Gleiche gilt auch für Busse und Bahnen.

Rechtliche Zuständigkeit fragwürdig

Es ist schwer vorstellbar, dass es immer noch Eltern gibt, die in Gegenwart ihrer Kinder im Auto rauchen. Wahrscheinlich handelt es sich nur um eine kleine Gruppe, denn verantwortungsvolle Eltern vermeiden es generell, in der Gegenwart der Kinder zu rauchen. Insofern hätte ein solches Verbot in erster Linie Signalwirkung setzen und wichtige Infos gibt es hier auf dieser Webseite. Es geht darum, die Gesundheitsschädlichkeit des Rauchens zu unterstreichen und rechtliche Prioritäten zum Schutz der Kinder zu setzen. Einen solchen Vorschlag werden grundsätzlich auch verantwortungsbewusste Raucher begrüßen. Schwieriger ist die Frage, wie solche Verstöße geahndet werden wollen. Zum einen bedeutet ein solches Verbot rechtlich einen Eingriff in die Privatsphäre und außerdem ist es schwierig, entsprechende Verstöße systematisch zu verfolgen.

Rauchen gefährdet Verkehrssicherheit

Erfolg versprechend wäre es, Rauchen in Autos als Eingriff in die Verkehrssicherheit zu ahnden. Denn schließlich ist auch das Telefonieren mit dem Handy ohne Freisprecheinrichtung bereits verboten worden. Ähnlich können der Griff zur Zigarette und das Anzünden während der Fahrt bewertet werden. Allerdings wäre es dann weiter erlaubt, in einem stehenden Fahrzeug zu rauchen, auch im Beisein der Kinder. Es bleibt also zunächst abzuwarten, auf welcher Grundlage ein Rauchverbot in Privatfahrzeugen durchgesetzt werden kann. Aufgeklärte Kinder werden es sich sowieso verbitten, mit Tabakrauch belästigt zu werden. Inzwischen wird an Schulen und in Behörden so umfassend auf die Gefahr des Passivrauchens und die Schäden durch Rauchen hingewiesen, dass es rätselhaft bleibt, warum es immer noch Eltern gibt, die ihre Kinder nicht freiwillig schützen. Tägliche Informationen zu diesem Thema berichten auch Nachrichtenagenturen wie dpa dapd. Es ist also in jedem Fall sinnvoll, wenn weiter über die Risiken des Rauchens berichtet wird. Ob ein Rauchverbot in Privatfahrzeugen eine rechtliche Grundlage hat, bleibt dahin gestellt. Diese Frage müssen Experten beantworten, da sonst die Gefahr besteht, dass ein entsprechender Beschluss gekippt wird.

Bild: panthermedia.net Bernd Friedel